Identity & Access Governance (IAG) erweitert seit über einem Jahrzehnt klassische IAM-Architekturen und verbindet Anforderungen aus GRC und operativem Identity & Access Management. Ziel ist die Steuerung verwalteter Identitäten (z. B. Vermeidung verwaister Konten) sowie die Kontrolle von Zugriffen in IT-Systemen, um regulatorische Vorgaben zu erfüllen und Zugangsrisiken durch überhöhte Berechtigungen zu senken. Zentral sind Prozesse wie Access Request Management, Rezertifizierung/Access Reviews und die Überwachung von Segregation of Duties (SoD). Rezertifizierung ist dabei ein Schlüsselmechanismus, weil nur dokumentierte, fristgerecht abgeschlossene Zyklen gegenüber Auditoren als Compliance-Nachweis zählen.
Der heute verbreitete Ansatz scheitert jedoch häufig: Er ist komplex, nachgelagert (prüft erst, wenn Berechtigungen längst aktiv sind), erzeugt hohen Termindruck und konkurriert mit „echten“ Geschäftsaufgaben. Zudem fehlt Rezertifizierern oft das notwendige Gesamtbild (Rollen, aktuelle organisatorische Veränderungen, Kritikalität), während Umstrukturierungen und wechselnde Verantwortlichkeiten historisches Wissen entwerten. Das Ergebnis sind langwierige, teure, ineffektive und teils fehleranfällige Verfahren, die zwar Arbeitslast erzeugen, aber Risiken nicht zielgenau minimieren.
Als Ausweg wird ein schlanker, risikoorientierter Ansatz beschrieben: technische Berechtigungen müssen in Fachsprache übersetzt werden, manuelle Rezertifizierung sollte auf tatsächlich riskante oder manuell vergebene Berechtigungen fokussieren, und Zyklen müssen je nach Kritikalität variieren (niedriges Risiko seltener, hohes Risiko laufend/flexibel). Kleverware IAG dient als Beispiel für eine schnell einsetzbare, fokussierte Access-Governance-Lösung ohne Identity Provisioning, die Zugriffe systemübergreifend konsolidiert, Abweichungen zwischen beantragt und gewährt erkennt, SoD-Verstöße identifiziert, Mutations-Erkennung nutzt, Reviews auf Änderungen und Hochrisiken konzentriert und über standardisierte Berichte Compliance nachweist—auch durch Integration mit bestehenden Provisioning- oder ITSM-Systemen wie ServiceNow.
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