Identity Governance and Administration (IGA) vereint die bislang getrennten Märkte Identity Lifecycle Management (ILM) bzw. User Access Provisioning und Access Governance. Anbieter unterscheiden sich stark in Tiefe und Breite: Einige liefern primär Lifecycle-Funktionalität, andere fokussieren Governance – weshalb Unternehmen je nach Reifegrad und Ausgangslage nicht zwingend eine vollständige IGA-Suite benötigen. Häufige Muster sind etwa: ILM als Managed Service auslagern, während Access Governance bewusst intern betrieben wird, um Kontrolle über Zertifizierungen, SoD-Prüfungen und Richtlinien zu behalten. Für Greenfield-IAM-Implementierungen wird dagegen meist ein integriertes IGA-Produkt bevorzugt, das beide Domänen abdeckt.
IGA umfasst u. a. Identitäts-Repository/Virtualisierung, Joiner-Mover-Leaver-Prozesse, Passwort- und Anforderungsmanagement, Richtlinien/Workflows, Rollenmanagement sowie Governance-Funktionen wie Analytics/AI/ML, Zugriffszertifizierungen (inkl. ereignisbasierten Mikrozertifizierungen), Role Governance, SoD-Controls sowie Reporting/Dashboards. Die analytische Ebene („Access Intelligence“) wird zum zentralen Differenzierungsmerkmal; Automatisierung und sichere APIs treiben Interoperabilität. Gleichzeitig bleiben traditionelle Implementierungen anfällig durch Komplexität, lange Upgrade-Zyklen, Überanpassung und eine Schieflage hin zu reinem Auditing/Reporting statt Effizienz und Risikomanagement.
Marktseitig steigt die Zahl bewerteter Anbieter deutlich (28 im Rating). Als strategisch relevant gelten Cloud-Integration (SCIM, OOB-Konnektoren), Anbindung an ITSM (v. a. ServiceNow) und PAM, sowie wachsende Relevanz von UBA- und Data-Governance-Integrationen. Mobile Unterstützung ist zwar für UX wichtig, wird für kritische Governance-Aufgaben teils bewusst abgelehnt, um Fehlzertifizierungen und unsichere Genehmigungen zu vermeiden. In den Leadership-Rankings führt SailPoint Overall; weitere Spitzenanbieter sind u. a. IBM und Saviynt, während unterschiedliche Matrizen (Market/Product/Innovation) Über- und Under-Performer sichtbar machen.
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