Desktop-Virtualisierung - mehr als nur ein Hype?

Desktop-Virtualisierung ist eines der Hype-Themen der IT in diesen Tagen. Die Frage ist aber, ob VDIs (Virtual Desktop Infrastructures) wirklich so viel bringen wie versprochen wird. Noch wichtiger ist aber die Frage, was es eigentlich an Voraussetzungen braucht, damit VDIs den versprochenen Nutzen bringen.

Bei der Desktop-Virtualisierung geht es im Kern darum, dass die Umgebung des Benutzers virtualisiert wird. Betriebssystem, Anwendungen und die spezifische Konfiguration laufen in einer Virtual Machine (VM) auf einem Hypervisor. Die typische Variante heute ist die Ausführung auf Servern und der Zugriff von Benutzern über Remote Desktop-Protokolle. Inzwischen gibt es aber auch erste Implementierungen, bei denen die VM auf das lokale System geliefert und dort ausgeführt wird.

Bei der Ausführung auf einem Server hat man damit – trotz vieler Verbesserungen bei den Remote Desktop-Protokollen – grundsätzlich die gleichen Beschränkungen wie bei der Nutzung von Terminaldiensten. Das wirft die Frage auf, wo der Nutzen wirklich liegt. Immerhin hat man viel Erfahrung mit Terminaldiensten. Mit diesen lassen sich auch signifikant mehr parallele Sessions auf der gleichen Server-Hardware bereitstellen. Die saubere Trennung von Desktop-Systemen im Vergleich zu Mehrbenutzer-Betrieb ist hier sicher ein Argument. Aber reicht das aus?

Interessanter werden sicher zukünftige Lösungen, die auf dem Client laufen – am besten mit einem einmaligen Deployment und anschließender Synchronisation der VM, so dass auch ein Offline-Betrieb ohne Einschränkungen möglich ist. Bis diese Lösungen ausgereift sind, wird aber noch etwas Zeit vergehen.

Außerdem muss man sich im Klaren darüber sein, dass viele Herausforderungen wie die Inventarisierung und das Lizenzmanagement bestehen bleiben. Und selbst an der Image-Erstellung und Softwareverteilung wird man nicht vorbei kommen, wenn man effizient die Anforderungen aller Benutzer abdecken möchte. Mit anderen Worten: Man braucht auch auf längere Sicht noch weitere Deployment-Optionen – und man braucht ein Client Lifecycle Management, das alle Systeme abdeckt.

Damit sind VDIs aber eher eine Deployment-Option neben anderen wie der lokalen Installation und Terminaldiensten. Sie bringen Vorteile mit sich wie eine größere Hardwareunabhängigkeit. Sie bringen aber auch komplexe Server-Infrastrukturen mit sich. Zudem reicht das Management der VDIs meist nicht aus, weil es typischerweise sich auf die Server-Infrastruktur und das Management kompletter Images beschränkt, aber eben nicht die volle Funktionalität von Client Lifecycle Management-Lösungen integriert.

Deshalb will die Entscheidung für den Schritt zur Desktop-Virtualisierung gut überlegt sein. Es gibt klare Vorteile – es gibt aber auch Nachteile und insbesondere Voraussetzungen, die geschaffen sein müssen, damit die Desktop-Virtualisierung nicht zum teuren Abenteuer wird.


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