Die Cloud benötigt eine Anwendungsinfrastruktur

Cloud Computing steht für einen fundamentalen Paradigmenwechsel in der IT. Eine der großen Herausforderungen ist dabei aber noch die übergreifende Integration von Services, letzlich also eine Art Anwendungsinfrastruktur für die Cloud. Immerhin scheinen die Anbieter das aber erkannt zu haben und arbeiten an entsprechenden Erweiterungen. Das wird aber auf Dauer nicht ausreichen. Es werden grundlegende Ansätze benötigt. Ein interessantes Konzept ist etwa der Internet Service Bus der Open Source Business Foundation (OSBF).

Innerhalb des breiten Spektrums an Cloud Services spielen Anwendungsdienste eine wichtige Rolle. Hier gibt es – von SAP Business By Design über Salesforce.com und gehostete Exchange- und SharePoint-Lösungen bis hin zu den Apps-Angeboten von Google – ein sehr breites Spektrum. Allerdings: Wenn man solche Anwendungen verknüpfen oder weitere Webservices integrierten möchte, stößt man heute schnell an Grenzen.

Bei vielen Hosting-Angeboten sind, über die Basisfunktionen des Customizings, keine Anpassungen möglich. Und wenn man mehr will und beispielsweise Erweiterungen zu Sharepoint nutzen möchte, geht das oft nur mit erweiterten, teuren Verträgen. Immerhin haben einige der Anbieter das inzwischen erkannt und bieten die Möglichkeit, Anwendungen innerhalb ihrer Plattform zu entwickeln. So gibt es auf Salesforce.com bereits eine große Zahl von Applikationen, die allerdings überwiegend spezielle Lösungen rund um Sales und Kundenmanagement (CRM) sind.

Falls überhaupt eine Integration zwischen verschiedenen Cloud-Anwendungen unterschiedlicher Anbieter stattfindet, dann typischerweise im internen Netzwerk der Anwenderfirmen. Auch hier stößt man oft schnell an die Grenzen, weil viele der Anwendungen in der Cloud bisher nur eine sehr überschaubare Zahl von Services in dazu oftmals noch proprietärer Form bereitstellt. Immerhin scheinen die Anbieter das aber erkannt zu haben und arbeiten an entsprechenden Erweiterungen.

Das wird aber auf Dauer nicht ausreichen. Unternehmen, die Cloud Services nutzen, müssen in der Lage sein, diese sowohl mit vorhandenen internen Anwendungen als auch mit anderen Cloud Services flexibel zu integrieren – und zwar sowohl im eigenen Netzwerk als auch direkt in der Cloud. Ohne eine solche Funktionalität wären Strategien, bei denen wesentliche Teile der IT in die Cloud verlagert werden und damit über die schon lange etablierten Ansätze isolierter SaaS-Lösungen hinaus gegangen wird, zum Scheitern verurteilt.

Ein interessantes Konzept dafür wurde auf der Cebit mit dem Internet Service Bus vorgestellt, der von der Open Source Business Foundation (OSBF) unter Mitwirkung von Unternehmen wie 1&1, Corisecio, Microsoft, OpenXchange und Sopera konzipiert wurde.

Der Fokus liegt dabei auf dem Single Sign-On zu verschiedenen Services, basierend auf den Standards SAML 1.1/2.0, also den Konzepten der Identity Federation. Allerdings müssen auch solche Konzepte noch von Service-Anbietern in der Cloud aktiv unterstützt werden, um die Integration dort und nicht nur im eigenen Unternehmen durchführen zu können.

Natürlich gibt es die Option, auch klassische Anwendungsserver in der Cloud laufen zu lassen, beispielsweise auf eigenen virtuellen Servern. Damit lassen sich manche Herausforderungen lösen. Wichtig ist aber, dass Kunden hier noch flexiblere Möglichkeiten erhalten, um ihre eigenen Anwendungen auch flexibel zu anderen Anbietern von Cloud Services verlagern zu können.

Um das zu erreichen, sind neue Konzepte für Anwendungsinfrastrukturen in der Cloud erforderlich, mit denen sich integrierte Anwendungen schlank erstellen und einfach verlagern lassen. Erst mit solchen Bausteinen wird die Idee des Cloud Computings als einer flexiblen Infrastruktur, in der man mehr oder weniger beliebige IT-Services flexibel intern oder bei externen Providern nutzen kann.



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