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Market Report: Die Identity Management-Strategie von SAP

Seit der Übernahme des norwegischen Herstellers MaXware durch SAP sind inzwischen rund zwei Jahre vergangen. Seit diesem Zeitpunkt hat sich SAP IM im Identity Management-Markt positioniert. Die von MaXware übernommenen Produkte wurden in dieser Zeit signifikant wei-terentwickelt. Auch in der Strategie gibt es inzwischen deutlich mehr Klarheit als noch vor zwei Jahren.

Das als SAP NetWeaver Identity Management bezeichnete Produkt hat erhebliche Aufmerk-samkeit im Markt geweckt. SAP kann inzwischen etliche Referenzkunden vorweisen. Zudem gibt es gerade bei Kunden mit einer großen SAP-Infrastruktur, auch aus dem Mittelstand, ein sehr reges Interesse an SAP NetWeaver Identity Management.

Allerdings ist auch festzuhalten, dass SAP keineswegs alle von Kuppinger Cole bereits in 2007 genannten Herausforderungen bereits vollständig gelöst hat. Die Integration mit SAP NetWeaver und der SAP NetWeaver Business Suite ist deutlich vorangeschritten. Dort wird eine große Zahl von Mitarbeiter-basierten Szenarien in verschiedenen Lösungen unterstützt.

Zu der SAP Solution for Governance Risk and Compliance und spezifisch SAP GRC Access Control gibt es zwar verbesserte Schnittstellen. Die sinnvolle Integration ist aber noch nicht auf dem Niveau, auf dem sie sein sollte. In der Roadmap ist aber eine weitere Integration vor-gesehen.

Ein Kritikpunkt ist sicherlich auch weiterhin die Unterstützung von anderen Systemen außer-halb der SAP-Portfolios. Hier gibt es zwar auch eine wachsende Zahl Connectoren, auch von Drittanbietern. Insgesamt ist hier aber noch deutlicher Verbesserungsbedarf gegeben. Aller-dings liegt der Fokus von SAP selbst auch primär auf der optimierten Unterstützung mit SAP-Systemen. Der SAP-Ansatz, sich für die Anbindung weiterer Systeme zunehmend auf Lösun-gen von Partnern zu stützen, ist nicht unproblematisch.

Über die vergangenen zwei Jahre hinweg wurde auch die Funktionalität des Produkts deutlich ausgebaut. Wichtig war auch die Integration in die SAP-Produktions- und Testprozesse für Software, durch die das Produkt ebenso wie die Dokumentation deutlich gereift ist. In der Summe muss man allerdings weiterhin konstatieren, dass es – mit Blick auf komplexere, hete-rogene Infrastrukturen – etliche Produkte im Markt mit umfassenderer Funktionalität gibt.SAP hat allerdings zweifelsohne spezifische Stärken im Bereich der SAP-Connectivity entwickelt, die auch mit einzelnen Lösungsszenarien integriert sind.

Auf der anderen Seite wird auch immer mehr deutlich, dass viele Unternehmen ihre Entschei-dungen mit Blick auf die zentrale Bedeutung von SAP-Infrastrukturen treffen. Davon profitiert SAP inzwischen stark. Noch mehr Potenzial wäre bei einer besseren GRC-Integration für ein wirklich umfassendes, business-orientiertes Identity Management gegeben. Diese Integration hat noch nicht den von uns erwarteten Status.

Dagegen profitiert das Produkt davon, dass es explizit als Ersatz für die CUA/ZBV (Central User Administration/Zentrale Benutzerverwaltung) positioniert ist und auch von der Sichtweise einer wachsenden Zahl von Anwenderunternehmen, dass es einfacher sein kann, ein SAP NetWeaver Identity Management mit einem oder mehreren anderen Provisioning-Systemen zu koppeln statt zu versuchen, eine zentrale Lösung über alle Plattformen hinweg einzusetzen.
Insgesamt hat sich die Position von SAP im Markt für Identity Management deutlich verbes-sert, auch wenn es weiterhin erheblichen Raum für Verbesserungen gibt und bisher nicht alle Potenziale genutzt werden.

Klar ist auch, dass man die heute verfügbare Funktionalität auch für SAP-Systeme mit vielen Produkten anderer Hersteller ebenfalls umsetzen kann, auch wenn SAP sich langsam Vorteile im Bereich einer standardisierten Integration mit der SAP Business Suite bis auf Geschäfts-prozessebene erarbeitet. Andere Integrationsaspekte, in denen SAP klare technische Vorteile erreichen kann wie beispielsweise die enge Einbindung in das Konzept der Enterprise SOA, fehlen bisher noch, sind aber geplant. Zudem ist in den Bereichen, in denen SAP heute spe-zielle Integrationsszenarien anbietet, auch andere Anbieter nachziehen warden und sich über die technisch ausgerichteten Connectoren hin zu einer stärkeren Integration auf Prozessebene bewegen werden.

Das Lizenzmodell von SAP, die generelle strategische Rolle von SAP in IT-Strategien von Un-ternehmen und die strategische Positionierung von SAP NetWeaver Identity Management als Ersatz für die CUA sind allerdings Faktoren, die Produktentscheidungen mit beeinflussen kön-nen. Wir ordnen SAP daher zum jetzigen Zeitpunkt bei den führenden Anbietern im Identity Management-Markt ein.

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02.05.09 Market Report: Die Identity Management-Strategie von SAP


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